Die Geschichte des Rosenheimer Vogelvereins (2)

Die nächsten Jahre

Zu unseren Jubiläums-feierlichkeiten habe ich die ehrenvolle Aufgabe bekommen die Vereinschronik zu vervollständigen.

Vorweg möchte ich zunächst unserem ehemaligen Mitglied Sepp Fischer im Namen des Vereins für die Ausarbeitung der Chronik über die ersten 75 Jahre danken. Unser Sepp war ja seit 1964 dabei, war über Jahre hinweg Schriftführer und auch Kassenprüfer und wusste sehr viel über die alte Vereinsgeschichte.

Im Rosenheimer Archiv habe ich viele Schriftstücke aus den Anfängen des Rosenheimer Vogelvereins gefunden. Zwischen der Stadtverwaltung und dem Verein herrschte ein reger Schriftverkehr. Zuschüsse wurden beantragt und vom Stadtrat genehmigt oder abgelehnt. Der Vogelschutz- und Zuchtverein kümmerte sich zu damaliger Zeit in erster Linie um die Fütterung der Vögel im Stadtgebiet. Dazu wurden Futtertische angefertigt und auf von der Stadt genehmigten Plätzen aufgestellt. Ebenso wurden Nistkästen gebaut, aufgehängt, kontrolliert und auch gereinigt. Schulkindern wurde in der Natur von ehemaligen Vereinskameraden die heimische Vogelwelt gezeigt und erklärt.

Die Vogelzüchter in unserem Verein hielten um die Jahrhundertwende vorwiegend Harzer Kanarienvögel, Holländer Kanarien und einheimische Vögel. Die Ausstellungen, die dann alljährlich im Winter abgehalten wurden, dienten dazu der Bevölkerung die Vogelwelt näher zu bringen. Von den Geldeinnahmen wurden wieder Sämereien für die Winterfütterung der einheimischen Vögel gekauft. Ein persönliches Erlebnis, das ich nicht vergessen werde, war auf einer Vogelausstellung im Flötzinger Löchl. Es war wahrscheinlich in den Jahren 1963 oder 1964. Ich kam als Bub in dieser Zeit schon regelmäßig zu Versammlungen. Walter Scheithauer, der Kolibriexperte aus Bad Aibling, stellte auf Bitten von Herbert Köppl seine „Fliegenden Edelsteine“ in einer kleinen Glasvitrine aus. Es war für mich einfach faszinierend, wie diese Vögel von der Größe einer Hummel flügelschlagend in der Luft stehen blieben. Dies war ein kleiner Nachtrag zu der Chronik von Sepp Fischer.

Nun möchte ich mit der AZ-Landesschau 1982 beginnen, die zum 75jährigen Jubiläum unseres Vereins in der Inntalhalle stattfand. Das ist rückblickend nun die vierte überregionale Ausstellung, die der Rosenheimer Vogelverein seit seiner Gründung ausgerichtet hat. Vorangegangen waren im November 1913 die dritte Hauptvogelausstellung der Bayerischen Landesgruppe im Gasthof zum Duschl. Danach kam im Jahr 1927 im Hotel König Otto die zweite Vogelausstellung des Bayerischen Landesverbandes für Vogelschutz- und Zuchtvereine. Im Dezember 1932 fand dann zum 25jährigen Bestehen des Vereins die siebte Bayerische Landesverbandsschau im Hotel König Otto statt.

Zur AZ-Landesschau 1982 kamen sehr viele Besucher. Dadurch wurde unser Verein weit über die Grenzen Bayerns bekannt. Zu diesem Anlass wurde in geringer Anzahl eine echte Silbermedaille nach dem Vorbild von 1932 angefertigt und den damaligen Ehrenmitgliedern Otto Hof, Herbert Köppl, Ludwig Eschenauer, Rudolf Lorenz, Josef Müller und Richard Zermann auf der Jubiläumsfeier zusammen mit einer Urkunde überreicht. Ein Bierkrügerl mit Vereinsemblem und Jubiläumswidmung erhielt jedes Mitglied.

Bei der Generalversammlung 1983 wurde beschlossen, dass jeder Posten in der Vorstandschaft ab sofort doppelt besetzt wird. Mit 10 Volieren, die im Riedergarten aufgestellt wurden, nahm der Verein am Bürgerfest der Stadt teil. Bei Stefan Hahn fand ein Sommerfest mit Musik und eine Jungvogelschau statt. Die Vereinsausstellung war erstmals in der Inntalhalle und vor der Türe gab der Zirkus Krone zur gleichen Zeit ein Gastspiel auf der Lorettowiese. Welch ein Glück – es kamen jede Menge Besucher. In Garching fand die AZ-Landesschau und in Bremen die AZ-Bundesschau statt. Stefan Hahn und Rolf Stuffer übernahmen professionell den Vogeltransport zur AZ-Bundesschau. Ebenso fand ein Faschingskranzl und eine Jubiläumsfeier mit Preisverteilung statt.

1984 fand eine unvergessliche Busfahrt (Busveteran) nach Pirmasens zur Weltvogelschau statt. Eine Jungvogelschau und ein Sommerfest mit Hauskapelle (Leonhard Sedlbauer mit Gefolge) fanden wiederum beim Stefan statt. Vereinsausstellung war wieder in der Inntalhalle, in der auch eine Carduelidenschau angeschlossen war. Eine Adventfeier mit Preisverteilung war ein unvergesslicher Höhepunkt im Vereinsleben. Preise in der Rekordhöhe von DM 3000.- wurden vergeben. Vorstand Hahn hatte sich in diesem Jahr besonders eingesetzt.

1985 Frau Dr. Gerlach von der Uni München hielt einen interessanten Vortrag über Vogelkrankheiten. Der Mitgliedsbeitrag wird ab diesem Jahr über Bankeinzug beglichen. Die Vogelausstellung fand wieder in der Inntalhalle statt. Das Grillfest war beim Dangl Ruppert am Fischweiher in Vogtareuth. Das Volksfest wurde auch besucht.

Auf der Generalversammlung 1986 wurde beschlossen, dass Vereinsmitglieder folgendermaßen ausgezeichnet werden: Für 10 Jahre Mitgliedschaft eine bronzene Ehrennadel, für 15 Jahre eine silberne, für 20 Jahre eine goldene und mit 25 wird man Ehrenmitglied und ist dann beitragsfrei. Der Verein bekam einen neuen Namen, da er ins Vereinsregister eingetragen werden soll. Vogelzucht- und Vogelliebhaberverein Rosenheim und Umgebung e. V. gegr. 1907. Am 2. August fand ein zweitägiger Vereinsausflug auf die Holzkirchner Hütte am Sudelfeld statt. Zusammen mit dem Bonsaiclub wurde in der Inntalhalle eine Vereinsausstellung abgehalten. Preisgelder für die 1. 2. und 3. Sieger wurden eingeführt.

1987 wurde unser Vogelverein beim Amtsgericht Rosenheim ins Register eingetragen. Im Verein wurde zum ersten mal eine Nachzuchtstatistik durchgeführt. Ab 1. Juli diesen Jahres müssen besonders geschützte Vogelarten bei der Unteren Naturschutzbehörde gemeldet werden. Einer der Höhepunkte des Jahres war das Bergfest auf der Holzkirchner Hütte am 11. Juli 1987. Bei diesem Fest wurde bei ausgelassener guter Stimmung die Patenschaft zwischen den beiden Vogelvereinen Graz und Rosenheim besiegelt und danach ausgiebig gefeiert. Zum 80jährigen Vereinsjubiläum fand 1987 in der Inntalhalle wieder eine AZ-Landesschau statt. Es war wieder ein Höhepunkt und ein absoluter Erfolg in der Vereinsgeschichte.

1988 stellte Richard Freiwald den Antrag bei Vereinsschauen Mischlinge ausstellen zu dürfen, das wurde aufgrund der bestehenden AZ-Richtlinien kategorisch abgelehnt. Im Mai fand ein Ausflug nach Walsrode statt. Im Vogelpark war es sehr schön. Wegen Platzmangel wurden alle vereinseigenen Ausstellungskäfige für Kanarienvögel verkauft. Vereinsmitglied Anderhazy hält einen interessanten Vortrag über die Kernbeißerzucht.

Am 4. Mai 1989 treffen sich die Patenvereine in Wals bei Salzburg. 30 Rosenheimer und 50 Grazer waren fröhlich beisammen und hörten sich Fachvorträge an. Die Grazer überreichten einen Rosakakadu aus Kunststein. Von den Walsern bekamen sie einen Wimpel. Ein schönes Grillfest fand bei Angela und Gustl Herrmann statt. Ein Vereinswimpel mit gestickter Vorder- und Rückseite wurde in Auftrag gegeben. Auf der Vorderseite befindet sich unser Vereinsemblem und auf der Rückseite der Markt Rosenheim. Vereinsausstellung war wieder in der Inntalhalle, wo auch die Küche zur Selbstversorgung zur Verfügung gestellt wurde. Küchenchef war Rolf Stuffer. Beschluss: Für eine Erstzucht im Verein gibt es einen Pokal.

1990 ist der Verein geschlossen dem BNA (Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz) beigetreten. Jedes Vorstandsmitglied erhielt einen Aktenkoffer, der aber Vereinseigentum bleibt. Michael Kuntschers Tiersprechstunde im Fernsehen war ein Supererfolg. Nur Vögel, die selbst beringt wurden, können in den Wettbewerb. Alle Vögel in der Ausstellung müssen geschlossen beringt sein. Die umliegenden Vogelvereine wurden angeschrieben und zu der in der Inntalhalle stattfindenden ersten offenen Rosenheimer Meisterschaft eingeladen.

1991 fand in der Inntalhalle wieder die Vogelausstellung mit Vereinsmeisterschaft statt. Angeschlossen war eine wunderschöne Orchideenschau. Zwei Vereinsausflüge wurden unternommen, der erste nach Geiselwind, der zweite zur Bundesschau nach Kassel.

1992 nimmt der Verein auf Einladung von Oberbürgermeister Dr. Stöcker das erste mal am Neujahrsempfang der Stadt Rosenheim teil. Der Vogelverein tritt aus dem DKB aus. Zum 85jährigen Vereinsjubiläum übernimmt OB Dr. Stöcker zum drittenmal die Schirmherrschaft für die AZ-Landesschau in der Inntalhalle. Die Miete lag zu der Zeit bei DM 1650.-. Es war wieder eine sehr schöne Ausstellung. Hoher Besuch von der AZ-Organisation war vertreten; unter anderem der AZ-Generalsekretär Helmut Übele mit Frau, der AZ-Landessprecher von Baden Württemberg, Zuchtfreund Hoppe und AZ-Bundesobmann für Wellensittiche Heinz Küppers.

1993 fand ein Vorstandswechsel statt. Nach 15 Jahren übergab Stefan Hahn sein Amt an Franz Kaiser. Josef Fischer wurde zweiter Vorstand. Erster Kassier wurde Willi Fritz, sein Stellvertreter war Herbert Köppl. Schriftführerin wurde Manuela Krknjak, der Stellvertreter hieß Toni Weiß. Somit war jetzt eine jüngere Generation an der Spitze. Sepp Fischer war unter Stefan Hahn 14 Jahre Schriftführer und Herbert Köppl die meiste Zeit Kassier, insgesamt 16 Jahre. Eine offene Schau in der bewährten Halle wurde beschlossen. Der Katalog wird weiterhin angefertigt. Der Verein war haftpflichtversichert. Nachbestellung der Wimpel, die dann bei Freundschaftsbegegnungen übergeben werden sollen. Der Patenverein kommt nach Vilsbiburg zur AZ-Landesschau. Ein Ausflug nach Passau und dann mit dem Schiff auf der Donau nach Linz war ein Höhepunkt. Natürlich wurde auch wieder zur Bundesschau gefahren.

1994 wurde wieder zum Neujahrsempfang der Stadt Rosenheim geladen. Peter Kronseder hat einen Diavortrag gehalten. Ab Mai waren wir jeden dritten Freitag im Monat um 20 Uhr im neuen Vereinslokal Kastenauer Hof. Nach Unterzeichnung eines Mietvertrages wird das Ausstellungsmaterial nach Gutmart zu Familie Herrmann ins neue Lager gebracht. Die Jungvogelschau ist ab sofort beim Koller. Am 8 Juli um 19 Uhr nehmen Vereinsmitglieder  an der Tanzschifffahrt  auf dem Chiemsee teil.

1995 wird im neuen Materiallager ein Aufenthaltsraum gebaut. Die Medaillen von Gründungsmitglied Wast Osenstetter werden dem Verein gestiftet. Überzählige Aluregale bekam laut Beschluss der Haushamer Verein. Ein zweitägiger Vereinsausflug in die Wachau wird unternommen. Umliegende Nachbarvereine nahmen auf Einladung an der offenen Vogelschau in der Inntalhalle teil. Zur Bundesschau fuhr wieder ein Bus. Die Ausstellungsvögel wurden wie auch die Jahre zuvor privat angeliefert. Über die Zusammenlegung der AZ-Ortsgruppe mit dem Vogelverein wird diskutiert

Am 15. März 1996 gratulierte Vorstand Franz Kaiser dem Ehrenmitglied Herbert Köppl zum 75. Geburtstag. Eine Ausstellungsverkürzung wurde vorgenommen. Die Vögel kamen am Freitag und wurden am Samstag gerichtet. Am Samstagnachmittag wurde die Ausstellung eröffnet. Eine 14tägige Reise für eine Person befand sich in der Tombola. Eine neue Vereinshaftpflichtversicherung wurde abgeschlossen. Erstmals wird davon gesprochen, dass zu den Ausstellungen weniger Vögel angeliefert werden. Die offene Vereinsschau in der Inntalhalle fand nach AZ Richtlinien statt. Georg Mayer spendierte eine Sau für das Vogler-Grillfest bei Familie Herrmann in Gutmart. Ein zwei Tage dauernder Ausflug zum Bodensee und eine Fahrt zur Bundesschau gehörten wieder zu den Aktivitäten.

1997 gab Willi Fritz auf der Jahreshauptversammlung einen positiven Kassenbericht ab. Ein wirklich schöner Ausflug, der zwei Tage dauerte, führte die Mitglieder zum Gardasee. Obwohl Sommeranfang war, stand der Bus auf der Rückfahrt am Brenner im Schneegestöber wie im tiefsten Winter. Hartl Sedlbauer spendierte das Kesselfleisch für das schöne Grillfest bei den Herrmanns. In diesem Jahr fand vorerst die letzte Vogelausstellung in der Inntalhalle statt. Ein Wellensittich wurde gestohlen. Es wurden ca. 800.- bis 1000.- DM Verlust eingefahren. Bei der Tombola blieben Preise im Wert von 500.- DM übrig. Die Kosten sind für den Verein nicht mehr tragbar. Die Busfahrt zur AZ-Bundesschau nach Kassel ist schon obligatorisch.

1998 wurde in der Generalversammlung angeregt, dass sich mehr Mitglieder am Bundesschaubesuch beteiligen sollten. Die Kosten sollten vom Verein bezuschusst werden. Die Inntalhalle wurde vom Wirt abgesagt. Die Freie Turnerschaft war nun unser neues Domizil. Plakate wurden gedruckt. Versammlungen und die Vereinsausstellungen fanden dort statt. Es wird weiterhin ein Katalog hergestellt. Eine offene Schau hat auch stattgefunden. Zwei Vereinsmitglieder nahmen etliche Vögel mit zur Bundesschau.

1999 wurde ein BNA Bericht vorgelesen über Neuregelungen für den im nächsten Jahr stattfindenden Wasserburger Taubenmarkt. Am 9. Mai ist Ehrenmitglied Herbert Köppl nach schwerer Krankheit verstorben. Eine schöne Ausstellung hat stattgefunden.

2000 war eine Beitragserhöhung von 15.- auf 30.- DM. Ein Gedächtnispokal zu Ehren für Herbert Köppl sollte ins Leben gerufen werden. Die Vereinsmitglieder sollten kurze Vorträge halten, um die Versammlungen interessanter zu gestalten. Karl Heinz Jakob und Leonhard Sedlbauer hatten im Verein eine Erstlingszucht von Rotkehlchen. Die Veterinäre möchten in Zukunft die Kleintiermärkte besser überwachen. Ein neuer Standard sollte für alle Spartenleiter angeschafft werden. Ein Ausflug nach München zum Tierpark und eine Offene Ausstellung gehörten zum Jahresprogramm. Ein Vortrag von Michael Kuntscher über einheimische Futterpflanzen wurde von den Vogelfreunden aufmerksam verfolgt.

2001 hatte der Verein erneut ein Problem mit dem Vereinslokal. Der Wirt hat gekündigt. Das Lokal hat vorübergehend geschlossen. Die Planungen für das 100jährige Vereinsjubiläum wurden in Angriff genommen. Der Vogelverein aus Übersee lud die Rosenheimer zu ihrer offenen Vogelschau ein. Der anstehende Lokalwechsel hat im Verein zu Differenzen geführt, in dessen Verlauf der erste Vorstand Franz Kaiser sein Amt zur Verfügung gestellt hat. Seine Frau Maria hat das Amt der Schriftführerin ebenfalls niedergelegt. Zweiter Vorstand Karl Heinz Jakob übernahm am 19. Oktober die Amtsgeschäfte bis zu den Neuwahlen bei der Jahreshauptversammlung. Christa Stuffer übernahm das verwaiste Amt der Schriftführerin. Die Ausstellung wurde abgesagt. Weder Ausflug noch Wiesenbesuch wurden durchgeführt. Die Vorkommnisse hatten einen positiven Aspekt. Die Vereinskasse konnte sich erholen. Die Versammlung musste beim MTV Stüberl in Oberwöhr abgehalten werden.

2002: Vereins- und Ausstellungslokal blieb weiterhin die Freie Turnerschaft. Der Beitrag wurde auf 15.- € umgestellt. Karl Heinz Jakob übernahm nach den Neuwalen offiziell das Amt des ersten Vorstands. Zweiter Vorstand wurde Leonhard Sedlbauer und Jochen Ernst übernahm das Amt des Schriftführers. In dieser schwierigen Zeit war es der Ruhe und Gelassenheit von Karl Heinz Jakob zu verdanken, dass der Rosenheimer Vogelverein fast unbeschadet und hochmotiviert mit Zuversicht ins neue Jahrtausend startete. In seiner Antrittsrede hat sich Karl Heinz Jakob bei seinem Vorgänger Franz Kaiser bedankt, der inzwischen zusammen mit seiner Frau den Verein verlassen hatte. Franz Kaiser hat den Verein schließlich 8 Jahre geleitet. In dieser Zeit fanden auch schöne Ausstellungen, Vereinsausflüge und lustige Vereinsfeiern statt. Eine alte Urkunde aus dem Jahr 1900 vom Geflügelverein Rosenheim war gefunden worden. In dieser ist auch ein Vogelverein erwähnt. Da auf dieser Urkunde viele bunte Vögel dargestellt waren hat Karl Heinz Jakob eine Kopie angefertigt und eingerahmt. Heute hängt dieses Bild in unserem Versammlungsraum. Eine Pokalvitrine wurde von Helmut Böhm angefertigt, spendiert, aufgehängt und mit den Vereinsgewinnen bestückt. Die AZ-Ortsgruppe 161 Rosenheim wurde nicht aufgelöst sondern beitragsfrei gestellt. Der BNA Sachkundenachweis wurde von Thomas Zagorac (Vorstand vom Vogelverein Hausham) organisiert. Am 20. April nahmen 25 Rosenheimer Vereinsmitglieder in Agatharied an der Schulung teil und haben mit Erfolg die Prüfung abgelegt. Josef Haberlander wurde für 25 Jahre Mitarbeit auf den AZ-Landesschauen und als 16maliger Landessieger von der AZ-Bayern geehrt. Die AZ-Landesschau 2007 findet in Rosenheim statt. Das Materiallager wurde zu Georg Mayer nach Talham bei Amerang verlegt. In der Freien Turnerschaft wurde eine schöne Rahmenschau abgehalten, die viele Besucher anzog.

2003 gab Willi Fritz einen positiven Kassenbericht ab. Das Vereinskonto ist onlinefähig. Am 21. März hat Karl Heinz Jakob im Saal der Freien Turnerschaft den Waldvogelstammtisch begrüßt. Die Ehrengäste zweiter Bürgermeister Anton Heindl und Bezirksrat Johann Stöttner hielten eine Ansprache. Sebastian Fuß, Leiter dieses Abends, hieß Gäste aus ganz Bayern, Österreich und Südtirol willkommen. Es war eine hochinteressante, abwechslungsreiche Veranstaltung, die größte dieser Art, die bisher stattgefunden hat. Ein Vortrag von Tierarzt Dr. Wanja über Coccidose und Clamydien mit Untersuchungen von Vogelkotproben war sehenswert. Die Vereinsführung nahm an der Tagung „Vereine und Finanzen“ in Mühldorf teil. Eine schöne Ausstellung mit Großsittichprämierung war ein großer Erfolg. Eine Abordnung des Grazer Vogelvereins war zum Ausstellungsbesuch angereist.

2004 hat die Vogelgrippe in der EU einen Einfuhrstopp für Importvögel zur Folge gehabt. Michael Kuntscher hielt einen Vortrag über heimische Beeren, die als Vogelfutter verwendet werden können. Der Vorstand hat auf Beschluss den BNA gekündigt. Die Tierärztin Dr. Mitschek erklärte in einem Vortrag verschiedene Vogelparasiten und ihre Bekämpfung. Der Grazer Vogelverein war auf der Rosenheimer Ausstellung da.

2005 war wieder ein Pächterwechsel im Vereinslokal. Der Patenverein hat die Rosenheimer zu seinem 30jährigen Jubiläum eingeladen, das am 7. Oktober gefeiert wurde. Immer wieder wurde über die Vergabe der beiden Auszeichnungen, dem Herbert Köppl Gedächtnispokal und dem von Familie Hahnrieder gestifteten Pokal, diskutiert. Im Hotel Stocker in Rohrdorf ist die Unterbringung der Gäste, die die Landesschau besuchen, gesichert. Der Festabend wurde geplant. Bürgermeister Fritz Tischner übernahm die Schirmherrschaft. Die Reise nach Graz zur Jubiläumsfeier und Vogelausstellung war ein herrlicher Tag. Der Vogelgrippevirus H5N1 taucht inzwischen in ganz Deutschland auf. Die Rosenheimer Vogelausstellung wird vom zuständigen Veterinär untersagt.

2006: Der Wasserburger Taubenmarkt ist ebenfalls der Vogelgrippe zum Opfer gefallen. Für die 100 Jahre Feier wurden 200 Jubiläumsmedaillen im Kunststoffetui bestellt. Ein Vortrag der Fa. Fischer über die Anwendung von Effektiven Mikroorganismen, die auch Anwendung in der Vogelzucht finden, wurde von den Mitgliedern aufmerksam verfolgt. Die AZ-Ortsgruppentagung in Karlshuld wurde vom Rosenheimer Ortsgruppensprecher besucht. Der Mühldorfer Vogelverein mit Schorsch Wieser an der Spitze, feierte am 9. September 40jähriges Bestehen. Sechs Rosenheimer fuhren zur Feier und verbrachten einen schönen Abend. Am 7. Oktober besuchten vier Rosenheimer Vereinsmitglieder die Grazer Vogelausstellung.

2007 wurde zur DKB Meisterschaft nach Bayreuth gefahren. Auf der Generalversammlung wurde von Michael Kuntscher darauf aufmerksam gemacht, dass viel mehr Exoten gezüchtet werden müssen da auf Grund der Vogelgrippe ein Importverbot für Wildfänge verhängt wurde. Franz Kalischko und Roland Kraus waren extra zur Februarversammlung gekommen, um den Verein zu informieren, was bei der AZ-Landesschau auf ihn zukommt. Der Verein ist von der Einlieferung bis zur Auslieferung der Vögel für diese verantwortlich. 14 neue Vitrinen wurden gebaut. Die Vereinsaktivitäten befassen sich in erster Linie mit den Jubiläumsfeierlichkeiten und der auszurichtenden vierten Bayerischen Landesschau.

Anfügen muss man jetzt noch folgendes, dass in den 25 Jahren auch noch folgende Vereinsveranstaltungen stattgefunden haben. Das waren unvergessene Faschingskranzl, die Vorstandssitzungen, die Jungvogelschauen und Grillfeiern beim Stefan Hahn. Grillfeiern bei Angela Herrmann und Helmut Böhm. Jahrelang wurden während des Bürgerfestes vom Vogelverein Volieren im Riedergarten aufgestellt und mit Vögel besetzt. Sie waren immer ein Besuchermagnet. Die schönen Vereinsausflüge (Walsrode) und die Busfahrten zu den Bundes- und Weltschauen werden in Erinnerung bleiben. Über Jahre war auch das Rosenheimer Herbstfest vom Verein besucht worden. Dann kommen da noch die Nikolaus- und die Weihnachtsfeiern mit den Preisverleihungen, die in der Regel immer gut besucht wurden. Die Tombola bei unseren Ausstellungen muss man unbedingt erwähnen, da sie immer von Idealisten zusammengetragen und mit großer Liebe und Sorgfalt aufgebaut wird. In den letzten Jahren engagierte sich Gertrud und Walter Mutschlechner sehr dafür. In den Versammlungen wurden viele Vorträge und Filme angeboten, die meist großen Anklang fanden. Die aktiven Mitglieder züchten Vögel aus allen Erdteilen, angefangen von den einheimischen Vögeln bis zu den Papageien. Sie haben ihre Vögel auf regionalen und überregionalen Ausstellungen gezeigt und dabei zum Teil hervorragende Ergebnisse erzielt. Bei dieser Gelegenheit möchte ich den Kanarienzüchter Sepp Geiger erwähnen, der seit Jahren seine roten Farbkanarien in Bozen ausstellt und durch sie hervorragende Preise bekommt. Man kann mit ruhigem Gewissen behaupten, dass in unserem Verein eine gute Vogelqualität vorhanden ist.

Der Durchschnittsbesuch bei den Versammlungen liegt bei 22 Vereinskollegen. Die Mitgliederzahl schwankt seit vielen Jahren um die 100 Beitragszahler.

Der Vogelverein hatte auch das Waisenhaus in Rosenheim und das SOS-Kinderdorf am Irschenberg mit Geldspenden unterstützt. Wenn man über Geld spricht, das den Verein betrifft, denkt man automatisch an Wilhelm Fritz, der bereits 16 Jahre sorgfältig und pflichtbewusst unseren „Vereinstresor“ bewacht, vielen Dank dafür!!!

Noch eine Sache möchte ich erwähnen, das ist unser Futtermittelhändler Andi Hildebrand, der ja inzwischen auch Vereinsmitglied ist. Viele Jahre findet auf seinem Betriebsgelände der Heufelder Kleintiermarkt statt. Stets war er bemüht alle ihm auferlegten Vorschriften einzuhalten. Auf unseren Ausstellungen hatte er meist einen großen Stand aufgebaut. Er unterstützt den Rosenheimer Vogelverein. Eine Art Symbiose ist feststellbar.

Nun wünsche ich mir für unsern Verein, dass die Jubiläumsfeierlichkeiten und die bevorstehende Bayerische AZ-Landesschau im Turner Hölzl in Rohrdorf ein voller Erfolg wird.

Zum Schluss will ich mich eigentlich noch bei unseren beiden Vorständen Karl Heinz Jakob und Leonhard Sedlbauer im Namen unserer Mitglieder bedanken, dass sie mit ihrem engagierten persönlichen Einsatz zum großen Teil dazu beigetragen haben, dass die Feier und die Landesschau überhaupt möglich wurden.

Auch den Vereinskollegen, die immer mitarbeiten wenn sie gebraucht werden, aber in dieser Abhandlung nicht erwähnt wurden, möchte ich vielen Dank sagen. Also nicht beleidigt sein!!!

Den vorangegangenen Vogelliebhabern gebührt Dank und Anerkennung. Sie haben es ermöglicht, dass wir überhaupt ein 100jähriges Jubiläum feiern können. Denen die nach uns kommen wünsche ich viel Glück und eine gute Hand bei der Weiterführung des Vereins. Sie sollen nie den Gedanken vergessen, dass unser Vogelverein der Erhaltung unserer Vogelwelt dienen soll.

Hermann Schmid

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